Dysgrammatismus

Dysgrammatismus bezeichnet eine zeitliche (stehenbleiben auf einem früheren Entwicklungsstand) oder qualitative Abweichung (grammatische Strukturen, die so im grammatischen Regelsystem nicht auftreten) im Erwerb und Gebrauch der Satz- und Wortbildung.

Der Grammatikerwerb findet in zeitlich begrenzten Phasen statt, die eine Orientierung darstellen sollen, jedoch nicht als starre Normen zu betrachten sind. Mit 6 Jahren sollte die Grammatik weitgehend beherrscht werden. Gedankengänge sollten sprachlich variiert und logisch nachvollziehbar wiedergegeben werden („Wenn ich mal erwachsen bin, möchte ich Feuerwehrmann werden“).

Symptome

Die Wort- und Satzbildung ist auffällig, fehlerhaft oder nur fragmetarisch zu erkennen. Mögliche Auffälligkeiten könnten sein (Auswahl, nicht komplett):

Ursache

Siehe auch Sprachentwicklungsstörung

Behandlung

Auch hier ist es unumgänglich eine umfassende, alle Teilbereiche der Grammatik beachtende Diagnostik zu erstellen, auf deren Basis sich die Teilbereiche der Therapie ergeben. Neuere Behandlungsansätze, die auf entwicklungspsycholinguistischer Basis entwickelt wurden, zeigen deutlich größere Erfolge.

Methodisch orientieren wir uns an den Konzepten Kontextoptimierung nach Motsch, entwicklungsproximale Sprachtherapie nach Dannenbauer und patholinguistische Sprachtherapie nach Kauschke/Siegmüller.

Oft steht der Dysgrammatismus in Verbindung mit einer Mehrsprachigkeit. Den Kindern fällt es schwer, die grammatischen Merkmale der verschiedenen Sprachen zuzuordnen und anzuwenden. Dies muss in der Auswahl der therapeutischen Mittel berücksichtigt werden. Inzwischen stehen gute Therapiematerialien z.B. für türkisch-deutsche und russisch-deutsche Kinder zur Verfügung. Ebenso die entsprechenden Diagnostika (SISMIK).

Weitere Informationen

Deutscher Bundesverband der Logopäden (Informationen für Eltern)

Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik

Umfangreiche Seite über Sprachentwicklung und Störungen

Informationen zum Spracherwerb

Entwicklung und Förderung der kindlichen Sprache Hrg. Hessisches Sozialministerium