Sprachverständnisstörungen

Sprachverständnis ist die Fähigkeit, Sinn und Bedeutung von Lautäußerungen zu erfassen. Um Sprache verstehen zu können sind folgende Fähigkeiten wichtig:

  • Sprache hören und seine Aufmerksamkeit darauf richten
  • Sog. Lautketten (z.B. B-L-U-M-E) erkennen und eine Bedeutung zuordnen
  • Der Bedeutung Weltwissen zuordnen
  • Herausfinden, was der Gesprächspartner will (Blume geben oder Blume haben?)

Symptome

Sprachverständnisstörungen kann man nicht direkt beobachten, sondern nur die Reaktion eines Kindes auf eine Anweisung oder einen Sachverhalt. Nicht selten entwickeln Kinder Strategien um ihre Schwächen zu kompensieren, z.B. durch gute Beobachtung der Umwelt und Handlungen, die der Situation angemessen sind. Dies führt dazu, dass das Sprachverständnisproblem lange Zeit unerkannt bleibt. Vielmehr werden den Kindern Verhaltensprobleme, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, niedrige Intelligenz und vieles andere unterstellt. Mögliche Leitsymptome können sein:

  • Keine Reaktion auf Ansprache
  • Geringe Aufmerksamkeit für Sprache
  • Ungenaue / falsche Antworten und Reaktionen
  • Wiederholen von Satzteilen oder Wörtern (plappern wie ein Papagei)
  • Reaktion auf eine Aufforderung nur nach zusätzlichen Gesten
  • Kein Interesse an Geschichten
  • Aggressivität, Störverhalten, kaspern oder ständiges Reinreden

Ursachen

Wie bei vielen Störungen, ist auch hier eine eindeutige Ursache noch weitgehend ungeklärt. Die Wissenschaft geht auch hier von einem Bedingungsgefüge aus mehreren Faktoren und einer gewissen Disposition aus. Mögliche Gründe können sein:

  • Zeitweise oder dauerhafte Hörstörung od. Schwerhörigkeit
  • Genetische Faktoren
  • Mangelndes Sprachvorbild und Anregung
  • Traumata, Unfälle
  • Intelligenzminderung
  • Störungen im Erleben und Verhalten des Kindes
  • Störungen der Wahrnehmung und/oder der Motorik
  • Störungen der emotionalen Entwicklung
  • Organische Störungen

Es treten jedoch auch Störungen auf, bei denen zunächst keine Ursache ermittelt werden kann.

Behandlung / Methode

Oberstes Ziel dieser Therapie ist, das Kind neugierig auf Sprache zu machen und seine Wahrnehmungsfähigkeiten zu verbessern, so dass es in der Lage ist, über alle Sinneskanäle Informationen aufzunehmen und zu speichern.

Inhaltlich erfahren wir viel im handelnden Sprechen, d.h. je nach Alter des Kindes setzen wir therapeutisches Spielen und/oder handlungsorientierte Sprachtherapie ein. Das was wir sagen setzen wir in Handlung um und der Handlung geben wir einen Namen. Wir orientieren uns an alltäglichen Handlungen und nutzen alltägliches Spielmaterial (Handpuppen, Kochgeschirr, Bau- und Naturmaterialien, Spiele aus dem Spielwarenhandel).

Um verstärkt auf die Sinneswahrnehmungen eingehen zu können, bauen wir Elemente aus der sensomotorischen Integrationstherapie ein.

Eltern sind bei dieser Therapie sog. Co-Therapeuten, die nach ausführlicher Anleitung auch zuhause Anregungen schaffen und sich mit ihren Kindern auf Sprachentdeckungsreise begeben.

Methodisch arbeiten wir bei kleinen Kindern nach dem Konzept von Dr. Barbara Zollinger und bei größeren Kindern nach dem handlungsorientierter Therapieansatz nach Redemann-Tschaikner (HOT). Daneben fließen viele Elemente aus anderen Konzepten und Methoden mit ein, die hier nicht alle namentlich erwähnt werden können.