Stimmstörungen bei Kindern

Die kindliche Stimme ist nicht von Geburt an ausgereift, sondern muss sich erst nach und nach entwickeln. Die dazu nötige Feineinstellung der an der Stimmgebung beteiligten Muskeln und Knorpel im Kehlkopf muss von jedem Kind erst erlernt werden und dieser Prozess des Lernens ist anfällig für Störungen durch äußere und innere Einflüsse. Eine Stimmstörung zeigt sich bei Kindern in einer längere Zeit bestehenden hörbaren Klangbeeinträchtigung der Stimme und des Sprechvorganges.

Ursachen

Die Ursachen einer kindlichen Stimmstörung sind sehr komplex und können beispielsweise in einem Ungleichgewicht des Muskeltonus, habituellem Fehlgebrauch, kommunikativen, familiären oder emotionalen Problemen begründet sein.

In manchen Fällen sind hormonelle Veränderungen, Fehlbildungen, Syndrom- oder andere Erkrankungen Ursache der Störung. Dies muss durch eine umfassende ärztliche Diagnostik beurteilt und behandelt werden.

Eine kindliche Stimmstörung sollte so früh wie möglich behandelt werden, da eine Überbeanspruchung des Kehlkopfes zu Veränderungen an der Schleimhaut (z.B. Knötchen) führen kann.

Symptome

  • Die Stimme klingt rau, gepresst, heiser oder verhaucht.
  • Meist spricht das Kind sehr laut, zu hoch oder zu tief.
  • Mitunter bricht die Stimme ab, insbesondere das leise Sprechen ist betroffen bzw. nicht möglich.
  • Der erhöhte Kraftaufwand beim Sprechen zeigt sich oft am Hervortreten der Halsschlagader.
  • Die Stimme ist insgesamt weniger belastbar, der Stimmumfang ist reduziert, singen geht oft nicht oder nur unzureichend.

Die Kinder klagen über Missempfindungen und Kloßgefühl, oft auch über Halsweh. Viele Kinder zeigen mit der Zeit abnehmende Sprechfreude (Sprechen ist anstrengend) und Veränderungen im Sozialverhalten.

Behandlung

Die Behandlungsmethoden einer kindlichen Stimmstörung sind recht spielerisch und ganzheitlich angelegt. Grundlage des Therapieplanes bildet auch hier eine ausführliche Stimmdiagnostik und Familienanamnese. Aufgrund des komplexen Bedingungsgefüges ist eine umfassende Elternberatung und ggf. eine Veränderung der Familieninteraktion wichtig. Da sich Kinder sehr an ihren Vorbildern orientieren, kann auch die Behandlung der Eltern und Bezugspersonen von Bedeutung sein.

Das Ziel ist es, dem Kind einen gesünderen und leistungsfähigeren Umgang mit seiner Stimme zu vermitteln.

Methodisch orientieren wir uns an den Konzepten von Ulla Beushausen, Brohammer & Kämpfer und Helga Lohmann (ehem. Spital).

Weitere Informationen

Deutscher Bundesverband der Logopäden

Ulla Beushausen - Kindliche Stimmstörungen: Ein Ratgeber für Eltern und pädagogische Berufe; Schulz-Kirchner-Verlag